Mit der Verabschiedung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR) durch das Europäische Parlament am 29. Januar 2008 sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, bis 2010 ihre nationalen Qualifikationssysteme an den EQR zu koppeln. Der EQR dient dabei als Übersetzungsinstrument, um die Qualifikationsniveaus verschiedener Länder und verschiedener Aus- und Weiterbildungssysteme miteinander zu vergleichen und die Mobilität der Arbeitskräfte innerhalb der EU fördern. In der Bundesrepublik haben sich Bund und Länder auf die Einführung eines „Deutschen Qualifikationsrahmens“ (DQR) verständigt. Seine Entwicklung soll unter Einbeziehung der Sozialpartner vorangetrieben werden. Mit dem DQR wird ein Referenzrahmen geschaffen, über den sich Kompetenzen erfassen und stufenweise Bildungsniveaus zuordnen lassen, die in den unterschiedlichsten Bildungsbereichen erworben wurden.
Bildungsministerium Dr. Annette Schavan akzentuierte in ihrer Eröffnungsrede den Zusammenhang des DQR zur Qualifizierungsinitiative des Bundes. In einem Europa der offenen Arbeitsmärkte wird der Wettbewerb der Bildungsabschlüsse zunehmen, wobei für deutsche Arbeitskräfte entscheidend ist, dass ihre Berufschancen durch ein Markenzeichen „Educated in Germany“ unterstützt werden. Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, beschrieb die Anbindung des Deutschen an den Europäischen Qualifikationsrahmen. Dazu muss der DQR über die Bildungsbereiche hinausgehende, an Lernergebnissen orientierte Beschreibungen von Qualifikationen erfassen und Niveaustufen definieren, die sich als Referenzsystem zum EQR verstehen. Auf diesen Punkt ging Odile Quintin, Generaldirektorin für Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission, in ihrem Beitrag ein, indem sie die Rolle des Europäischen Leistungspunktesystems für die berufliche Bildung ECVET, hervorhob. Mit diesem Bewertungssystem wird transparent, wie leistungsstark die beruflichen Bildungssysteme sind und welche Prinzipien sich für die europaweite Anwendung empfehlen.
In weiteren Statements wurden die Positionen der Hochschulrektorenkonferenz durch Prof. Dr. Margret Wintermantel, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks durch Hanns-Eberhard Schleyer und des Deutschen Gewerkschaftsbundes durch Hermann Nehls dargelegt. Den Hauptteil der Konferenz bildeten sechs Fachforen, die Impulsreferate und Diskussionen zu zentralen Fragen untersuchten, die im Moment für die Entwicklung des DQR aktuell sind und schon erste Beispiele aus der Praxis vorstellten. Die Themen waren: Qualifikation und Mobilität in Europa, Transparenz und Durchlässigkeit, Kompetenz- und Outcome-Orientierung, Qualitätssicherung, Internationale Erfahrungen, Erwartungen der Praxis an den DQR.
Die Ergebnisse der Konferenz werden dokumentiert (siehe DQR-Portal, Downloads).
